Geschichten die das Busje schreibt

MZVG2001Gestern hatte ich das Vergnügen mit über 20 Touren und knapp 100 km Fahrstrecke mir meinen Vormittag zu versüßen. Am Vorabend verbrachte ich eine Stunde damit den Fahrplan in eine „fahrbare“ Reihenfolge zu bringen und mir alle, mir unbekannten, Abholorte einzuprägen. Also war ich „TOP“ gerüstet.

Der Tag begann fast mit einem furiosen Fehlstart. Beide Polder sperrten das Busje im Hof ein. Also entweder Ehrenrunden durch den Hof drehen oder jemand finden der unserem Busje die Freiheit schenkt. Auch Vollernter, Maischewagen, Müllabfuhr und 30 km Zonen versuchten ernsthaft den, ohnehin eng getakteten Zeitplan, zu Fall zu bringen.

Schon bei der dritten Abholung stand niemand vor der Tür. Auch eine Klingel war nicht zu finden. Aber wozu hat man ein Fahrerhandy. Ein Anruf lockte die Fahrgäste aus dem Haus auf die Straße. Eine gute Möglichkeit die Nummer des Fahrerhandys auch bei den Fahrgästen zu verbreiten.

Wenig später waren 3 Seniorinnen zur Einkaufstour abzuholen. 2 mal Rewe und 1 mal Edeka bitte. Leider dauerte der Gutscheintausch und das Ausladen der Rollatoren länger wie geplant. So ging es mit etwas Verspätung weiter. Später erforderte leider auch die Erklärung das eine der Damen ja im Edeka abzuholen sei, etwas länger, da die Rewe-Shopper felsenfest davon ausgingen, dass sie ja auch zu dritt gekommen seien und wir auf die 3. Dame bei Rewe warten müssten. Aber es gelang mir die Damen zu überreden unsere Mitfahrerin im Edeka abzuholen. Nachdem die letzte Dame schließlich „geladen“ war wurde ich freundlich auf gefordert „Aber jetzt bitte nach Hause – man habe ja enge Anschlusstermine“.

Bürgerbus 002Als nächstes entdeckte ich eine „Persönlichkeitsspaltung“ in meinem Plan. Einer meiner Fahrgäste sollte zu zwei unterschiedlichen Zeiten zurückgefahren werden. Aber das war ja einfach zu bereinigen. Gestrichen – Erledigt. Und dies in der kürzest möglichen Fahrzeit von 0 Minuten. Ich hatte zwar die Fahrten geplant, aber nicht auf alle Namen geachtet. Tja – Lesen bildet.

Schlimmer war die „Entmaterialisierung“ einer Dame. Sie war beim Aldi und wollte dort auf ihre Abholung warten. Leider hatte sie sich verspätet. Also drehte ich die erste Runde ohne sie zu sichten. 15 Minuten später der 2. Versuch sie zu finden. Leider auch nicht von Erfolg gekrönt. Ca. 30 Minuten später die 3. Erfolglose Suchrunde über den Aldi-Parkplatz. Also mal bei ihr zuhause angerufen, und siehe da, sie war wohlbehalten zuhause angekommen. Sie hatte sich verspätet und dann entschlossen in den „664“ umzubuchen. Ohne die Nummer des Fahrerhandys war ihr das leider wohl nicht möglich.

Dies bringt mich zurück zu meinen Fahrgästen die ich per Handy aus dem Haus locken musste. Er rief mich an und fragte ob ich ihn um 2 Uhr abholen könne. Ich konnte ihn so auf 3 Uhr vertrösten und die Fahrt an die Mittagsschicht weitergeben.

Auf keinen Fall möchte ich versäumen mich bei einer Dame zu bedanken, die als „Langzeitfahrgast“ unendliche Geduld bewies und mich fast eine Stunde als Fahrgast durch die Gemeinden der VG „begleitete“ bevor sie ihr Ziel erreichte. Ich habe mir vorgenommen meine touristischen Kenntnisse über die Sehenswürdigkeiten innerhalb unserer VG zu verbessern, um auch solche Rundfahrten in eine unterhaltsame Besichtigungstour zu verwandeln.

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